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05.03.2022, 09:28 Uhr

Europaabgeordneter Michael Gahler: „Herr Putin, stoppen Sie den Krieg gegen die Ukraine“

Bewegende Berichte des EVP-Außenpolitikers bei der Vogelsberger CDU

VOGELSBERGKREIS. „Im Jahre 2014 war die Krim und die Ukraine noch weit weg, jetzt findet Mitten in Europa ein russischer Angriffskrieg statt“, so der CDU-Europaabgeordnete Michael Gahler bei einer Videoschaltkonferenz mit Funktionsträgern der Vogelsberger Union am Donnerstagabend. Es sei für ihn bitter ansehen zu müssen, wie Städte in der Ukraine angegriffen werden und Menschen zu Schaden kommen. „Ich kenne einige Städte in der Ukraine und die Bevölkerung dort durch verschiedene Besuche, zuletzt in 2021“, sagte der außenpolitische Sprecher der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP), der größten Parlamentariergruppe im Europaparlament. Der Angriffskrieg von Putin sei eines der schlimmsten Kriegsverbrechen seit dem Zweiten Weltkrieg, betonte der Jurist und „gelernte“ Diplomat, der der Einladung von CDU-Kreisvorsitzendem Dr. Jens Mischak folgte und mit den Vogelsberger Christdemokraten das aktuelle Geschehen erörterte.

 

Europaangeordneter Michael Gahler (oben in der Mitte) informierte bei der Vogelsberger CDU über den russischen Einmarsch in der Ukraine.
 Gahler schilderte verschiedene ergreifende Berichte von Menschen aus ukrainischen Städten in ihrer verzweifelten Lage. „Vielen, die ich kenne, schicke ich jeden Morgen eine SMS, um zu erfahren, ob sie noch am Leben sind, so Gahler, im Moment kommen die Nachrichten noch an“.

Die Menschen wüssten aber um die internationale Solidarität und die humanitäre Hilfe aus dem Westen. „Bei dem vielen menschlichen Leid und den immer neuen Tragödien ist es aber ein gutes Zeichen, dass der Westen und die freie Welt so zusammenhalten“, unterstrich Gahler. Der per Video zugeschaltete ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj habe in dieser Woche im Europaparlament eine bewegende Rede gehalten und auf das Leid der Menschen in seinem Land hingewiesen. Auch die übergroße Mehrheit der in den Vereinten Nationen zusammengeschlossenen Länder dieser Erde habe bei der Vollversammlung der UNO den russischen Angriffskrieg verurteilt und den sofortigen Stopp des Vormarsches der Putin-Truppen gefordert, hob Gahler die ungewöhnlich große Mehrheit hervor. Auch er fordere den sofortigen Stopp des Krieges und informiere täglich auf Facebook über die Lage im Kriegsgebiet.

Es sei gut, dass Deutschland eine Kehrtwende vollziehe und dringend benötigte Abwehrwaffen an die sich verteidigende Ukraine liefere. Dieser Krieg zeige, wie wichtig die Mitgliedschaft in einem Verteidigungsbündnis wie der NATO sei. Diese Haltung unterstrich auch Bundestagsabgeordneter Michael Brand, der sich ebenfalls zugeschaltet hatte. Der russische Angriff auf die Ukraine zwinge nun zu mehr politischer und militärischer Solidarität mit den baltischen Staaten und NATO-Mitgliedern Estland, Lettland und Litauen, betonte der Baltikum- und Ostereuropaexperte aus Hattersheim (Main-Taunus) bei der Vogelsberger Union. Dafür müsse die Bundeswehr für die Landesverteidigung im Bündnis völlig neu konzipiert werden, wozu Bundeskanzler Scholz das 100-Milliarden-Programm für die deutschen Streitkräfte ankündigte.

CDU-Kreisvorsitzender Dr. Jens Mischak hob hervor, dass im Vogelsbergkreis verschiedene parteiübergreifende Mahnwachen und Solidaritätsveranstaltungen stattfanden und der Landkreis sich auf die Aufnahme von ukrainischen Kriegsflüchtlingen vorbereite.

Antrifttals Bürgermeister Dietmar Krist forderte im Zuge der angekündigten Neuaufstellung der Bundeswehr, die im benachbarten Stadtallendorf mit der Division Schnelle Kräfte (DSK) vertreten ist, eine zügige Prüfung der Wiedereinführung der Wehrpflicht, wie sie bis vor gut zehn Jahren galt.